Tagesmutter oder Kinderkrippe?

Kinderbetreuung: Kinderkrippe oder Tagesmutter?

Kinderbetreuung: Kinderkrippe oder Tagesmutter?

Den meisten Eltern stellt sich nach der Geburt ihres Kindes die Frage der geeigneten Betreuung für ihren Nachwuchs. Heutzutage sind viele Mütter berufstätig und wollen nach der Geburt schnell wieder in ihren Beruf einsteigen. Deshalb fragt man sich: welche Art der Fremdbetreuung ist besser? Die Tagesmutter, die eine intensive, familiäre Betreuung bietet, oder die Krippe mit der Gruppe von altersgleichen Kindern, die besonders die sozialen Kompetenzen fördert?
Viele Faktoren spielen eine Rolle bei dieser Entscheidung. Letztendlich muss jedes Elternteil entscheiden, wo der Schwerpunkt dabei liegt. Da ist es klar, dass die Ansichten weit auseinander gehen. Beide Betreuungsformen haben sicherlich ihre Vor- und Nachteile.Die Tagesbetreuung bietet die Betreuung durch eine einzelne Bezugsperson an, was eine familiäre Umgebung und ein enges Verhältnis schafft. Nicht selten wird die Tagesmutter als „Zweitmami“ bezeichnet und nicht nur vom professionellen Aspekt betrachtet. Dies bewirkt, dass der Sprössling sich fast wie Zuhause fühlt, mehr im Mittelpunkt steht wie bei seiner richtigen Mami. Auch wenn andere Kinder – oft verschiedenen Alters – mitbetreut werden, so ist die Gruppe doch deutlich kleiner als in einer Kinderkrippe. Dies ist zugleich aber auch Kritikpunkt. Der Nachwuchs muss lernen, dass sich nicht alles um ihn dreht, man teilen und Rücksicht nehmen muss und so weiter. Diese sozialen Kern-Kompetenzen werden vor allem in Krippen erlernt, bei der die Kleinen mit vielen Altersgenossen zusammen spielen und lernen. Manchmal haben die Kinder bei Tagesmüttern sogar gar keine Spielkameraden. Auch bietet eine Krippe mehr Stabilität bei den Bezugspersonen, da die Tagesmütter in der Regel öfters wechseln als die Betreuer in einer solchen Einrichtung. Ändern sich die Bezugspersonen zu häufig, kann dies zu Bindungsstörungen führen.

Ein großer Vorteil von Tagesmüttern ist sicherlich die größere Flexibilität hinsichtlich der Betreuungszeiten. Sie können auch am Wochenende oder gar an Feiertagen einspringen, wenn es nötig ist. Dies ist in einer Krippe gar nicht möglich. Auch sind die Kosten für eine Tagesbetreuung in der Regel niedriger als die für einen Krippenplatz und meistens verhandelbar. Dazu kommt die Möglichkeit, dass man genau prüfen kann, ob man sich mit der Person, der man sein Baby oder Kind anvertraut, zum Beispiel in Erziehungsfragen einig ist oder die Chemie stimmt. Insgesamt ist eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der betreuenden Person möglich. Kinder aus Migranten-Familien können bei einer Tagesmutter besser und schneller Deutsch lernen, was ihnen einen großen Vorteil fürs spätere Lernen erbringt.
Ein Nachteil der Tagesbetreuung ist die oftmals unzureichende pädagogische Aus- und Fortbildung der Tagesmütter. In der Kinderkrippe hingegen sind die Betreuer alle fachlich richtig ausgebildet und bieten somit dem Nachwuchs eine geeignete Förderung und Betreuung. Auch sind die Krippen oftmals besser ausgestattet, mit Spielsachen zum Beispiel, es gibt mehr zu unternehmen und mehr Platz zum Spielen.
[LL]

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de


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